Wie zu befrchten war, komme ich zur vllig falschen Zeit zur Uni. Bis 8:30 Uhr habe ich es geschafft aufzustehen und 20 Minuten am Rande des Kings Park zum Study Abroad Office zu laufen. Dieses ist zwar, entgegen der angegebenen ffnungszeiten, schon voll besetzt, ich erfahre aber, dass es erst gegen 12 Uhr mittags mit den Orientierungsveranstaltungen losgeht. Das war also mit "full day, breakfast and lunch included" gemeint (wie ich spter herausgefunden habe, ist dies die erste Orientierungswoche, die am ersten Tag nicht frh morgens beginnt. Ein Ergebnis der "evaluation").

Im University Club sitzen wir an runden Tischen mit je ca. 10 Leuten. Bei mir am Tisch sitzen noch drei Deutsche (bin ich dafr um Welt geflogen??), ein paar Skandinavier, Belle aus Singapur und Onikepo aus Nigeria, die in Austin, Texas, Elektrotechnik studiert. Neben ein paar frmlichen Begrungen gibt es westaustralisches Essen. Wir erfahren: Hier, zwischen indischem Ozean und unbewohntem Outback, gibt es keine Durchreisenden. Wer hier ist, ist es, weil er hierhin wollte. Zur allgemeinen Erheiterung erzhlt ein Professor fr Anthropologie und Soziologie ber die Eigenheiten der Westaustralier und der australischen Art, englisch zu sprechen ("'stralian"). Zusammengefasst: Der Australier ist Rote Beete auf dem Burger, lange Wrter werden abgekrzt, kurze Wrter verlngert. Auf "Nice to meet you" antwortet er: "Me too". Und "See ya later than" sagt er immer, auch wenn man sich garantiert nie wieder sieht.

Danach wird's anstrengend, wir wechseln vom schnieken University Club in einen Hrsaal. Uns wird erzhlt, was uns in den nchsten Tagen erwartet, mit welchen Online Services man sich rumschlagen muss, wie man sich fr Kurse einschreibt, wie das akademische System an der UWA aussieht und welchen Krankenversicherungsschutz wir haben knnten, falls wir uns an alle Formalien halten. Unter der berschrift "Student Life at UWA" versuchen uns diverse Studentenvereinigungen dazu zu berreden, ihnen beizutreten, nicht ohne den flligen Mitgliedschaftsbeitrag zu zahlen. Alles nicht sehr spannend, und das mit Jetlag. Schluss damit ist erst gegen 16:45 Uhr.

Als nchster Punkt steht noch ein "Sundowner", ein Treffen um 18 Uhr in einer Bar an. Die Musik ist mir zu laut, um mich nennenswert unterhalten zu knnen, und da ich mich sowieso kaum noch auf den Beinen halten kann, mache ich mich gegen 20 Uhr auf den Weg ins Bett. Wie ich am nchsten Tag erfahre, hat es dort aber kaum jemand viel lnger ausgehalten.